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Grundregeln zur Verbesserung des Ausdrucks in Aufsätzen In schriftlichen Texten und Aufsätzen lässt sich schnell eine deutliche Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks erreichen, wenn folgende vier Grundregeln beherzigt werden:
1 – Abwechslung in der Wortwahl Grundsätzlich sollte man auf ausdrucksarme Verben wie tun, machen, gehen, haben, sagen, sehen verzichten und stattdessen Worte wählen, die das Gemeinte genauer bezeichnen.
Eine weitere Möglichkeit bietet sich mit den Wortfamilien. Sie bestehen aus Wörtern, die miteinander verwandt sind und einen gemeinsamen Wortstamm besitzen. Durch zusätzliche Silben oder Zusammensetzungen wird die Bedeutung verändert.
Anwendung: Lege jeweils fünf Wortfelder und Wortfamilien mit mindestens fünf Wörtern an.
2 – Genauigkeit in der Formulierung und der Wortwahl Mittels Wortfelder und Wortfamilien lässt sich schnell ein genaueres und treffendes Wort für den zu beschreibenden Sachverhalt finden. Gleichzeitig bieten sich Möglichkeiten, einen Satz umzuformulieren. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn eine andere Formulierung ist nicht nur abwechslungsreicher, sondern oft auch genauer. Außerdem kommen einem automatisch Ideen für neue Wörter.
Die Genauigkeit deines Ausdrucks lässt sich auch durch Adverbien, Konjunktionen und Präpositionen steigern. Hier ein Beispiel für den Ausdruck zeitlicher Zusammenhänge:
Anwendung: Formuliere Beispielsätze und steigere die Genauigkeit in ähnlicher Weise!
3 – Verknüpfung, Zusammenfassung oder Ausschmückung von Inhalten Hierbei gilt es zu unterscheiden, welcher Textsorte das Geschriebene angehören soll. Bei Berichten, sachlichen Darstellungen, Inhaltsangeben usw. kommt es darauf an, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Hierbei muss die Satz- und Textlänge durch Verknüpfung und Zusammenfassung gekürzt werden. Beispiel.
Anwendung: Finde Aufzählungen für jeweils fünf Oberbegriffe (Verben und Nomen). In (Erlebnis-) Erzählungen, Tagebucheinträgen, persönlichen Briefen usw. geht es eher um eine lebhafte Ausschmückung und Erweiterung des Geschriebenen. Der Leser soll sich das Ganze bildlich vorstellen können. Besonders hilfreich sind hier die Adjektive als so genannte „Interessantmacher“. Aber auch Attribute, Einschübe und nachgestellte Erläuterungen helfen zur Ausschmückung.
Anwendung: Bestimme die Erweiterungen im obigen Beispiel. Formuliere selbst Sätze in knapper und ausgeschmückter Fassung.
4 – Ausdrucksverbesserung im Satzbau Generell kann der Satzbau durch Umstellproben (Erweiterungsprobe, Ersatzprobe, Weglassprobe, Umstellprobe) verbessert werden. Es ist von Bedeutung, einen Text aus kurzen und langen Sätzen, Satzreihen (Parataxen) und Satzgefügen (Hypotaxen) aufzubauen. Hierbei gilt es sinnvoll abzuwechseln und verschiedene Konjunktionen einzusetzen.
Anwendung: Formuliere aus einem Text Satzreihen und Satzgefüge jeweils ineinander um.
Zu viele ineinander verschachtelte Nebensätze sind zu vermeiden, da sich leicht Fehler einschleichen. Faustregel: Nach drei Zeilen kommt spätestens ein neuer Satz!
Ferner gilt es einige Feinheiten zum Schreibstil zu beachten. So solltest du z.B. den Nominalstil vermeiden, bei dem eher Nomen statt Vollverben benutzt werden. Der Nominalstil wirkt kühl, objektiv und wenig anschaulich. Außerdem solltest du aktivisch formulieren.
Nominalstil: Die Weigerung des Schülers führte zu einer Verärgerung des Lehrers. Verbalstil: Der Schüler weigerte sich, was den Lehrer sehr verärgerte. Passiver Ausdruck: Das Treffen wird gegen 18 Uhr beendet sein. Aktiver Ausdruck: Wir beenden das Treffen gegen 18 Uhr.
Für weitere Fragen zum Schreibstil wendest du dich an die Lehrkraft!
© Frank Kretschmann, Hameln. 2004-2008. |